Intravitreale Injektionen

Die Eingabe von Medikamenten in den Glaskörperraum im Augeninneren (intravitreale Injektion) hat in den letzten Jahren in der Augenheilkunde stark an Bedeutung gewonnen. Verschiedene Netzhauterkrankungen wie z. B. die feuchte altersbedingte Makuladegeneration, das diabetische Makulaödem und retinale Venenverschlüsse werden heute auf diese Weise behandelt.

Durch die direkte Eingabe in den Glaskörperraum können die jeweiligen Medikamente gezielt und für den übrigen Körper nebenwirkungungsarm ihre Wirkung im Auge entfalten.

Der Eingriff wird in unserem OP sehr kontrolliert unter sterilen Bedingungen durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Auch wenn Patienten verständlicherweise Respekt davor haben, eine Spritze ins Auge zu bekommen, müssen Sie keine Angst vor dem Eingriff haben. Unsere Abläufe sind sehr gut standardisiert und wir führen jedes Jahr weit über 1000 intravitreale Injektionen durch.


Ablauf

Am Tag der intravitrealen Injektion erhalten Sie in das zu operierende Auge zunächst pupillenerweiternde Augentropfen. Wenn die Pupille ausreichend geweitet ist, wird das Auge und die Haut um das Auge gereinigt und desinfiziert.

Danach wird das Auge mit Augentropfen bzw. einem Gel betäubt. Für den Eingriff wird das Auge mit einem Lidsperrer offen gehalten. Die Bindehaut des Auges wird erneut gereinigt und desinfiziert.

Das Medikament wird nun durch eine feine Kanüle ca. 3,5 mm von der Hornhaut entfernt seitlich in das Auge injiziert.

Durch die Betäubung tut die Injektion in der Regel nicht weh. Am Ende des Eingriffes erhalten die Patienten einen Augenverband mit etwas antibiotischer Augensalbe.

Bitte beachten Sie, dass Sie nach dem Eingriff nicht selbst Auto fahren sollten.

Auge wird gereinigt und desinfiziert
Auge wird gereinigt und desinfiziert
Die Bindehaut des Auges wird erneut gereinigt und desinfiziert.
Die Bindehaut des Auges wird erneut gereinigt und desinfiziert.
Medikament wird seitlich in das Auge injiziert
Medikament wird seitlich in das Auge injiziert
 

Nachkontrolle

Am Tag nach der intravitrealen Injektion wird das Auge beim behandelnden Augenarzt kontrolliert. Hier werden die Sehleistung und der Augeninnendruck überprüft und das Auge auf Entzündungszeichen hin untersucht.

In den allermeisten Fällen wird die intravitreale Injektion gut vertragen. Durch die Desinfektion des Auges kann nach der Injektion unter Umständen ein Fremdkörpergefühl auftreten. Wenn Sie die Augen mit befeuchtenden Augentropfen („künstlichen Tränen“) pflegen, verschwinden diese Beschwerden aber schnell wieder. Um die Einstichstelle kann eine kleine Bindehautblutung entstehen, die sich meist innerhalb von Tagen zurückbildet. Gelegentlich gelangen mit dem Medikament kleine Luftbläschen in den Glaskörperraum, die dann vom Patienten als kleine schwarze Kugeln wahrgenommen werden. Diese Luftbläschen sind harmlos und lösen sich innerhalb weniger Tage auf.

Die größte Gefahr bei einer intravitrealen Injektion - glücklicherweise ein sehr sehr seltenes Ereignis - ist eine Entzündung im Augeninneren (Endophthalmitis). Hierbei handelt es sich um eine ernste Komplikation, die möglichst zeitnah behandelt werden muss. Sollten Sie in den Tagen nach dem Eingriff bemerken, dass Sie plötzlich schlechter sehen, Schmerzen haben, das Auge stark gerötet und lichtempfindlich ist, sollten Sie das Auge umgehend augenärztlich kontrollieren lassen.

Generell sollten zum Schutz vor Infektionen für einige Tage nach der Injektion kein Schmutz ins Auge gelangen und Sauna- oder Schwimmbadbesuche vermieden werden.